37. Kölner Gespräch zu Architektur und Denkmalpflege

Wie substanziell ist die Substanz?

Quellenwert, Nutzungsansprüche und Erhaltungsfähigkeit in der Denkmalpflege

Selbstverständlich ist Denkmalschutz Substanzschutz! Die mitunter gealterte und veränderte materielle Substanz eines historischen Objekts vermag als Fenster in die Vergangenheit zu dienen, sie kann stets aufs Neue befragt werden und liefert als authentische Quelle unmittelbare Antworten. Und trotzdem: Jenseits dieses allgemeinen Konsenses offenbart sich die Praxis der Denkmalpflege im Umgang mit der Substanz als weites Feld.

Denkmalpflege wertet Substanz und hierarchisiert Zeitschichten, auf die Gefahr hin, zukünftig Bedeutsames zu übersehen. Denkmalpflege verhandelt den Substanzschutz unter dem Druck, die Erhaltungsfähigkeit durch künftige Nutzungsperspektiven zu sichern. Und schließlich ist sie gefordert, auf neue gesellschaftliche Anforderungen sozial-, klima- oder identitätspolitischer Art zu reagieren, indem sie ihr Methodenspektrum zwischen Untersuchung, Substanzerhalt, Dokumentation und unterschiedlichen Formen des Materialaustauschs stets neu definiert.

Programm

9:00 Uhr

Eröffnung Tagungsbüro

9:30 Uhr

Begrüßung

9:35

Einführung

Dr. Timo Hagen, LVR Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR)

9:45

Zum Verhältnis von Substanz und Erinnerung

Prof. Dr. Daniel Lohmann, TH Köln

10:15

Substanz unter Druck. Anspruch und Wirklichkeit in der denkmalpflegerischen Praxis

Monika Krücken, Untere Denkmalbehörde Stadt Aachen

10:45

Pause

11:30 Uhr

Substanz als Primärquelle. Vom Wert baulicher Befunde an Fachwerkgebäuden
Dr. des. Anja Schmid-Engbrodt, LVR-ADR

12:00 Uhr

Sichtbare Werte. Warum Edelputze, Fugen und Oberflächen eigene Aufmerksamkeit brauchen
Sigrun Heinen und Stefanie Römer, LVR-ADR

12:30 Uhr

Mittagspause

13:30 Uhr

Naturstein am Denkmal – von wichtigen und weniger wichtigen Steinen
Christoph Schaab, LVR-ADR

14:00 Uhr

„Besser als neu“: Wie man eine Bürofassade emissionsarm und zirkulär saniert
David Vaner, Büro: DAVID VANER Architektur, Basel

14:30 Uhr

Pause

15:00 Uhr

Austausch versus Erhalt – die Sichtbetonfassade der Musikhochschule in Hannover
Thomas Hirt, Architekturbüro T. Hirt, Hannover

15:30 Uhr

Minimalinvasiv – der Dachstuhl der Burg Muldenau
Dr. Regine Weber, Eigentümerin Burg Muldenau

16:00 Uhr

Abschlussdiskussion