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Forschung: Archäologische Bestands-erhebung in NRW

Erforschung und Inventarisation von Denkmälern gehören zu den zentralen Aufgaben der staatlichen Denkmalpflege. Während die Erfassung der Baudenkmale weitgehend abgeschlossen ist, wird vermutet, dass nur ca. 5% der durch Baumaßnahmen betroffenen archäologischen Überreste wissenschaftlich erforscht und doku-
mentiert werden.

Auf Initiative des Ministeriums für Städtebau, Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Rheinischen und des Westfälischen Amtes für Bodendenkmalpflege began-
nen im Jahr 1991 die Arbeiten zur "ARCHÄOLOGISCHEN BESTANDS-
ERHEBUNG NRW". In dieses Projekt einbezogen waren die Mitglied-
sgemeinden der Städtebauförderungsprogramme "Historische Stadtkerne" und "Historische Ortskerne". Das Verfahren der „Arch-
äologischen Bestandserhebung“ dient dem Schutz des archäolo-
gischen Erbes. Es werden Flächen Bereiche ermittelt, in denen mit dem Vorhandensein archäologischer Substanz zu rechnen ist.

Gemäß einem landeseinheitlichen Untersuchungsprogramm besteht die Untersuchung aus vier aufeinander aufbauenden Arbeitsschrit-
ten. Schritt I umfasst die Auswertung historischer Quellen aus Archi-
ven, Sammlungen und Museen. In Arbeitsschritt II werden die rele-
vanten archäologischen Untersuchungen und Fundstellen zusam-
mengestellt und bewertet. Schritt III beinhaltet die Auswertung von Literatur, Bauakten, historischen Karten und Abbildungen, um Infor-
mationen über die bauhistorischen Entwicklung der Stadt zu gewin-
nen. Zudem werden in Schritt IV bereits erfolgte Bodeneingriffe dokumentiert u.a. in Form einer ausführlichen Kellerbegehung in Ergänzung der Bauaktenauswertung. Als Ergebnis entsteht – ohne archäologische Grabungen durchführen zu müssen - ein „unter-
irdischer Stadtplan“. Diesem ist zu entnehmen, wo archäologisch interessante Substanz noch verborgen liegt, aber auch wo durch bereits erfolgte Störungen (Keller, Leitungstrassen u.ä.) keine archäologische Substanz zu erwarten ist. So kann bei anstehenden Baumaßnahmen wie Neubauten, Kanalarbeiten o.ä. die Ausgrabung, Bergung und Dokumentation archäologischer Substanz rechtzeitig und auch kostengünstiger erfolgen.